Der neue Magirus Alufire 3
Iveco Magirus stellt neues Aufbaukonzept vor
Bereits 1988 hat Iveco Magirus ein Aufbaukonzept in Aluminiumtechnologie vorgestellt und damit einen weltweit bekannten Begriff geschaffen: MAGIRUS AluFire-System. Nach nun fast 20 Jahren und über 20.000 gebauten Feuerwehraufbauten stellt Iveco Magirus eine Nachfolgetechnologie vor, die erneut Maßstäbe setzt.
Anlässlich der Einführung im Jahr 1988 waren die Hauptargumente die Gewichtsreduzierung und Vermeidung von Korrosion. Obwohl damals heiß diskutiert wurde, ob Aluminium ein geeignetes Material für Feuerwehraufbauten sein kann, wurde diese Technologie von allen namhaften Wettbewerbern in ähnlicher Form übernommen.
Mit der Einführung der neuen EuroFire Fahrgestelle im Jahre 1994 wurde das AluFire-System modifiziert und als die 2.Generation im Markt eingeführt. Durch das integrierte Organisationssystem IOS 2000 wurde eine größere Flexibilität der Geräteraumgestaltung erreicht und durch verstellbare Zwischenböden sowie nachträglich montierbare Elemente wurden die Aufbauten maßgeschneidert. Auch wurden bei diesem Konzept auf dem Dach anstelle einer Rohrgalerie erstmals Dachblenden serienmäßig integriert und die Parzellierung in drei seitliche Geräteräume zum Standard. Diese Bauweise wurde ebenfalls Vorbild für alle anderen Hersteller.
Nach nun fast 20 Jahren war es an der Zeit, über einen weiteren innovativen Schritt nachzudenken. Die Entwicklungsabteilung von Iveco Magirus stellte zu Beginn dieser neuen Aufgabe grundsätzlich alles in Frage und bezog neue Themen wie Kunststoff, Stahl, Verbundmaterialien oder Mischbauweise in die Überlegungen mit ein.
Ein intensiver Dialog zwischen Technik, Vertrieb, Marketing, Einkauf und Produktion aller Iveco Magirus Werke sowie Anwendern aus den unterschiedlichsten Märkten führte zu dem Ergebnis, dass mit dem AluFire-System ein ausgezeichnetes und nach wie vor zeitgemäßes Produkt zur Verfügung steht.
Aufgrund dieser Erkenntnis wurde entschieden, das vorhandene AluFire-System nicht gänzlich zu verwerfen, sondern in einem ganzheitlichen Ansatz zu überprüfen. Vor allem sollten nicht nur der Korpus und die Optik im Focus der Entwicklung stehen, sondern auch kundennutzenbezogene, einsatzrelevante Steuerungstechnologien integriert werden. Hierbei galt es Themen wie Bedienerfreundlichkeit, Ergonomie, Betriebssicherheit und Funktionalität verlässlich zu integrieren, kurz gesagt ein intelligentes Aufbaukonzept zu entwickeln. Das Ergebnis ist ALUFIRE 3: Das Original in einer neuen Dimension.
AluFire 3 ist ein modular aufgebautes, hoch flexibles, eigenständiges Aufbausystem, welches High-End-Technologien pragmatisch umsetzt und sich damit als ein am praktischen Alltag der Feuerwehren orientiertes System anbietet.
Gründe, die für AluFire 3 sprechen:
- Die Ganzheitlichkeit: AluFire 3 ist nicht nur im Detail verbessert, sondern ein komplett neuer, zukunftsorientierter Ansatz.
- Die Funktionalität: Keine Spielereien, kein Schnickschnack, keine Technik zum Selbstzweck. Einzig wichtiges Kriterium für alle AluFire 3 Lösungen ist ihre Funktionalität im Einsatzalltag und Ihr Nutzen für den Anwender.
- Die Praxisorientiertheit: AluFire 3 ist ein System aus der Praxis für die Praxis - von Anwendern wesentlich mitentwickelt und auf die Bedürfnisse der An-wender ausgerichtet.
- Die Flexibilität: Hard- und Software von AluFire 3 sind modular aufgebaut. So können jeweils ganz unterschiedliche Anforderungen realisiert werden. Es gibt ein einheitliches System - über alle Fahrzeugtypen und -konfigurationen hinweg. Vom TSF bis zum HLF, vom 4-Tonner bis zum 40-Tonner.
- Die Robustheit und Langlebigkeit: Die speziell für Magirus entwickelte Materialien und Strukturen sind für langfristig hohe Belastungen konzipiert. Egal ob in der Wüste oder der arktischen Kälte. Der AluFire 3 Prototyp bestand auf einem Allrad-Fahrgestell einen 100.000 km Härtetest mit Bravour.
- Die Intelligenz: AluFire 3 ist bis ins Kleinste durchdacht - und AluFire 3 denkt mit. Die spezielle, gezielt eingesetzte Elektronik erweitert, unterstützt und sichert die Funktionalität.
- Die Sicherheit: Ausgereifte Technik und exzellentes Fehlermanagement gewährleisten höchste Sicherheit in Betrieb und Bedienung.
- Die Optik: Das neue Design ist geprägt von klarer Struktur, ist souverän, zeitlos und unverwechselbar.
- Die Erfahrung: AluFire 3 kommt vom Erfinder des Aluminiumaufbaus für Feuerwehrfahrzeuge. Keiner hat in dieser Technologie mehr Erfahrung und mehr Know-how als Magirus.
- Die Zukunftsorientierung: AluFire 3 ist schon heute für die Aufgaben von morgen ausgelegt.
Die eloxierten Aluprofile von AluFire 3 sind noch unempfindlicher und äußerst langlebig. Weniger Bauteile sparen Gewicht und erleichtern Wartung und Reparatur. Mehr Platz im Aufbau entsteht durch eine schmale Rollladenführung und eine optimierte Rollladen-Montage im Aufbau und nicht auf dem Dach. Dadurch können großvolumigere Dachkästen montiert werden. Stärker belastbare Paneel-Böden und glatte Flächen im Innenausbau erleichtern die Reinigung. Eine neue Dachflächengestaltung in einer Sandwich-Bauweise sorgt für höchste Rutschfestigkeit.
Auch zukünftig sind die Aufbauten in selbst tragender Bauweise elastisch auf den Fahrgestellen gelagert. Dies schont die Aufbauten und ergibt eine größere Verwindungsfähigkeit und ein sicheres Fahrverhalten vor allem abseits befestigter Straßen. Die dafür neu entwickelten Schockabsorber sind mit einem neuartigen Edelstahlgewebedämpfer ausgestattet. Ein variabler Modulrahmen wurde nach Magirus Konstruktionsvorgaben hergestellt. Durch eine variable Schraubbauweise und die Möglichkeit der Verstellbarkeit in Breite und Länge kann dieser Modulrahmen an verschiedene Fahrgestelle und Löschwassertankgrößen angepasst werden. Diese Gesamtkonstruktion ist auf Langlebigkeit ausgelegt und bringt mit Kataphoresetauchlackierung höchste Widerstandsfähigkeit. Die Konstruktion wurde im 100.000 Km Test auf Straßen, in werkseigenen Testgeländen und auf Prüfständen erprobt und zum Patent angemeldet.
Der Pumpenbedienstand ist tief gezogen und nach ergonomischen Gesichtspunkten konzipiert. Eine neue Pumpenklappe ermöglicht Hydrantendrücke bis zu 12 bar. Ein modulares Tanksystem ermöglicht unterschiedliche Volumen im Wasser- und Schaumbereich. Aufgrund der flexiblen Platzierung sind optimale Achslastverteilungen und damit ein besseres Fahrverhalten sichergestellt. Durch schlanke Tanks entsteht eine größere Geräteraumtiefe, welche größere Zuladungsvolumen zur Folge hat. Allergrößten Wert wurde auf die nutzerfreundliche Gestaltung der Schnittstelle Mensch zu Maschine gelegt. Mit den jahrelangen Erfahrungen aus der Drehleitersteuerung und den Anregungen aus der Praxis entstand ein völlig neues, am Markt einzigartiges Steuerungs-System: Das Magirus HMI System (HMI = Human Machine Interface).
Die Magirus HMI Bedieneinheiten sind modular im Fahrerhaus und an Pumpenständen vorhanden. Es handelt sich um logische, schnell verständliche Kombinationen von klassischer, gelernter Tastenbedienung für die Hauptfunktionen und unterstützender Display-Informationen. Die wichtigsten Grundfunktionen sind direkt über Bedientasten ansteuerbar (Direct access) und ferndiagnosefähig.
Die von Magirus eingesetzte CAN-Bus-Steuerung zeichnet sich durch innovative Besonderheiten aus. Redundante Datenleitungen und Backup-Systeme bei allen Hauptfunktionen (z. B. Pumpe) in Kombination mit speziell entwickelten Magirus Splittermodulen bieten höchste Betriebssicherheit. Diese Module mit eigener "Entscheidungskompetenz" sind Garant dafür, dass die Einsatzfähigkeit auch bei Störungen erhalten bleibt.
Neu bei Alufire 3 ist auch das Energy-Management-System, welches eine permanent überwachte Energiebilanz sicherstellt. Der Sleep-Modus unterbreitet Vorschläge zur Abschaltung gerade nicht benötigter elektrischer Verbraucher, die individuell programmierbare "Wake-up"-Funktion gewährleistet bei Bedarf höchste Effizienz der elektrischen Energie.
Das Alufire 3 Lichtsystem besteht aus einer Innenraum- und Umfeldbeleuchtung mit leistungsstarken Neonlampen bei minimalem Energieverbrauch, einer in LED-Technik ausgeführten Heckwarneinrichtung mit Verkehrsleitfunktion sowie zwei im Heckformteil eingelassenen M-Flash Blaulichtblitzleuchten.
Eine weitere Anregung aus der Praxis wurde in der Mannschaftskabine umgesetzt. In die Kabinenrückwand können nun zwei Atemschutzgeräte integriert werden. Bei dieser Magirus-Lösung entstehen weder Raumverluste an der Aufbauvorderwand noch Verwindungsprobleme zwischen Mannschaftskabine und Aufbau. Auch die Beinfreiheit bleibt in vollem Umfang erhalten und die Sitze können auch weiterhin nach oben geöffnet werden.
Das neue Außendesign ist geprägt von einer klaren Linienführung und praktischem Zusatznutzen. So ist in der serienmäßig am Fahrzeugheck integrierten Eckverblendung die komplette Verkabelung für Beleuchtung, Funk- und Warneinrichtungen untergebracht. Die Heckaufstiegsleiter passt und schließt bündig mit der Heckblende ab, die dadurch die Leiter vor Verschmutzung schützt.
Fazit: Mit der Einführung des neuen AluFire 3 Aufbausystems hat Iveco Magirus die geballte Innovationskraft aller Iveco Magirus Brandschutzmarken genutzt und ein zukunftsweisendes Konzept erstellt und realisiert. Die Synergien und die Erfahrungs-werte aller an diesem Konzept Beteiligten sind Garant dafür, dass AluFire 3 erneut den hohen Ansprüchen der Feuerwehren in allen Märkten gerecht wird.
Das neue AluFire 3 Aufbausystem vereint konsequent Funktion, Design und Qualität und wird dadurch dem Grundsatz von C.D. Magirus gerecht: Alles aus einer Hand zum Wohle der Feuerwehr.